Aktuelles, News, kritisches zu Pfeilgiftfröschen.

27.4.06

Gegendarstellung Entschuldigung

Diese Gegendarstellung schreiben wir Rainforestfrog und Rindviech in Abstimmung mit Harald Divossen, bei dem wir uns für die Unannhemlichkeiten in aller Form entschuldigen :

Im Froschchat fand zwischen einer Hand voll Leuten eine Diskussion zum Thema Schmuggel statt.
Während dieser Diskussion fiel der Name Harald Divossen.
Hiermit möchten wir klarstellen, dass im Laufe des Gespräches durchaus der Anschein erweckt werden konnte, dass Herr Divossen in illegale Machenschaften verwickelt ist.
Dies ist nicht richtig! UNS sind keine illegalen Machenschaften seitens Herrn Divossen im Bezug auf Froschschmuggel bekannt.
Falls es weitere Missverständnisse gegeben hat entschuldigen wir uns in aller Form bei Harald Divossen dafür.
Da diese keinesfalls so gemeint waren wie es vielleicht den Anschein hatte.
In einem persönlichen Telefonat konnten hoffentlich alle Unstimmigkeiten geklärt werden.

Grüsse Klaus (RINDVIECH)
UND DIRK (RAINFORESTFROG)

21.4.06

Vergesellschaftung bei Pfeilgiftfröschen?

Wenn man so durch die unterschiedlichen Froschcommunities im Netz schaut findet man immer wieder die Frage nach der Vergesellschaftung von Pfeilgiftfröschen. Anscheinend ist es für viele ein elementares Problem sich zu überlegen, welche Frösche man vergesellschaften kann. Warum eigentlich?
Vielleicht will man Leben im Terrarium haben - nach dem Motto was will so ein kleiner Frosch eigentlich in einem so grossen Terrarium - vielleicht ist es der fehlende Platz oder man steht auf freakige Farbzusammenstellungen.
Vielleicht sollten die "Froschliebhaber" die unbedingt Ihre Tiere zusammenschmeissen wollen über Ihre Motivation nachdenken. Wegen dem Frosch? Vermutlich nicht. Aus Geldmangel? Vielleicht. Weil man unwissend ist? Wahrscheinlich.

Also was spricht abgesehen von unterschiedlichen Klimaansprüchen unterschiedlicher Arten ja sogar unterschiedlicher Varianten dagegen?
Der Lebensraum in den meisten Froschterrarien ist schlichtweg zu klein damit 2 Arten nebeneinander leben können (vgl Christmanns Beitrag Dezember 05). Die Tiere werden früher oder später darum konkurieren wer überleben darf. Ist ja eigentlich auch ganz logisch in der Natur wird man keine 2 Arten finden, die dauerhaft nebeneinander sitzen und warum die das nicht tun ist auch einfach zu erklären. Es geht schlichtweg ums Überleben, denn der Frosch, der ausreichend Nahrung findet hat auch die besten Voraussetzungen, um seine Art zu erhalten. Jetzt stellen wir uns diese Situation in einem Lebensraum von nicht mal einem Kubikmeter vor.
Die vergesellschafteten Arten werden unter permanenten Druck stehen - jedes Tier wird auf die passende Chance warten den leidigen Konkurenten loszuwerden, also werden sich die Tiere permanent unter Stress setzen.
Auch eine bodenbewohnende Art mit einer kletternden Art zu vergesellschaften ist schlichtweg schmarrn. Jeder der die Gelegenheit hatte Frösche über ein paar Stunden zu beobachten, wird festgestellt haben, dass die Bodenbewohner gerne mal nach oben kommen und die Kletterer auch mal runterkommen - es wird also in den Lebensraum der anderen Spezies eingedrungen.
Auch das kann eine bestimmte Zeit gut gehen - aber was passiert, wenn sich die Lebensbedingungen ändern z.B. bei Futterknappheit? Jetzt werden manche Leser sagen - bei mir wird das Futter nicht knapp, ich füttere immer genug Fliegen. Wer so denkt überfüttert seine Frösche schlichtweg, was auch nicht im Sinne der Tiere ist.
Tritt die Futterknappheit - ob gewollt oder ungewollt ein - werden die Tiere anfangen sich gegenseitig zu killen. Wer da dann wem killt sei dahingestellt vielleicht killt der kleinere den grösseren oder umgekehrt (vgl. Divossen, H. Erfahrungen mit kleinen Pfeilgiftfröschen).
Ein weiterer Aspekt der gegen eine Vergesellschftung spricht ist das Immunsystem der Tiere. Der permanente Stress schwächt das Immunsystem und es wird einfacher für diverse Krankheiten auszubrechen, um den Frosch zu töten. Zwischenzeitlich dürfte bekannt sein, dass die gefürchtete Chytridkrankheit bei suboptimalen Haltungsbedinungen leichter ausbricht, infiziert sind eh die meisten Frösche mit dem Pilz (vgl. Mutschmann in Draco, Pfeilgiftfrösche).
Natürlich werden sich auch beide Arten bei der Paarung stören, das fängt ausbleibenden Gelegen an, geht über schlechte Gelegequalität und hört beim gegenseitigem Wegfressen der Gelege auf, denn auch hier gehts ums Überleben und um dafür zu sorgen, dass der eigene Nachwuchs genug Nahrung und Lebensraum hat.

Sicher ist, dass in den meisten Fällen eine der oben beschriebenen Problemsituationen eintritt. Warum liest man dann immer dass es klappt? Gute Frage eigentlich vermutlich halten die meisten von denen die sagen, dass es klappen die Frösche einfach noch nicht lange genug zusammen. Meine azureus haben auch erst nach 3 Jahren angefangen die ventrimaculatus zu killen (damals wurde von mir das Futter reduziert weil die Frösche einfach zu fett waren und schlechte Gelege lieferten). Andere wissen vermutlich auch gar nicht, dass Frösche gekillt wurden, weil sich der Bestand selbst regeneriert hat.
Bestimmte Listen was geht und was nicht sind genauso schwachsinnig. In einer dieser Liste (auf die ich jetzt nicht hinweisen will) wurde beschrieben, dass azureus mit ventrimaculatus vergesellschaftet werden kann (und nicht nur bei mir hat es nicht geklappt). Diese Listen wurden nämlich zusammengestellt, ohne dass überhaupt definiert wurde, was eine erfolgreiche Vergesellschaftung ist, kann man auch gar nicht, weil man das höchstlebensalter der einzelnen Frösche so gut wie nicht kennt.
Alle Vergesellschafter sind Spinner, die keinen Plan haben? Auch das stimmt nicht es gibt erfolgreiche Vergesellschaftungen in Gewächshäusern oder auch in Grossterrarien und ich spreche hier ausdrücklich von mehr als einem Kubikmeter Raumangebot und auch hier klappt es nur, wenn der Mensch regulierend eingreift sonst wird früher oder später die aktivere Art die passivere Art verdrängen, denn auch diese Lebensräume sind ein Witz zum Raumangebot in der Natur. Ausserdem gehört viel Erfahrung dazu, um rechtzeitig zu erkennen, ob ein Tier unterdrückt wird oder nicht und wer kann das schon erkennen? Wer von den Lesern hier hatte schon einmal die Gelegenheit die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum über eine längere Zeit zu beobachten?

Was kann man also dem Einsteiger empfehlen?
Es sein zu lassen! Die meisten älteren erfahrenen Froschliebhaber, mit gesunden Tieren, lassen es nämlich in der Regel auch. Und die trotzdem erfolgreich vergesellschaften haben schlichtweg Glück und fertige Ausweichterrarien, damit Sie die Frösche separieren können wenn der Zoff anfängt.

Natürlich wird sich der Einsteiger, auch wenn er diesen Artikel aufmerksam gelesen haben sollte, durch die unterschiedlichen Foren, Chats, Stammtische und Bekanntenkreise fragen, um seinen Wunsch nach Vergesellschaftung zu legitimieren. Wenn er etwas Hirn besitzt wird er, dann aber hoffentlich gleich fragen: Wie lange hällst Du die Gruppen oder Paare schon zusammen und wieviele ausfälle hattest Du in der Zeit? Damit er vermeidet, dass ihm jemand nach 2 Wochen intensiver Vergesellschftung schon was von erfolgreicher Vergesellschaftung ezählt.

Eine Anmerkung noch zum Schluss:
Die permanente Fragerei nach Vergesellschaftungsmöglichkeit nervt gewaltig und sorgt letztendlich dafür, dass sich immer mehr erfahrene Froschhalter aus der Internetszene zurückziehen.

11.4.06

Welcome to the Froschblog

Bloggen is in überall wird gebloggt. Es ist also Zeit, dass die Froschszene ebenfalls bloggt.
Warum also über Frösche bloggen? Schwierige Frage aber ab und zu gibt es doch neue Erkenntnisse, Auffälligkeiten, Erfolge und Problemstellungen, die es vielleicht wert sind gebloggt zu werden. Deshalb bloge ich jetzt auch oder wollen wir es Kolumne nennen?

Also was soll dieser Blog? Vielleicht bietet er die Möglichkeit, die Froschszene ab und zu mal kritisch zu hinterfragen oder auch ab und zu mal neue Erkenntnisse etwas komprimierter darzustellen oder vielleicht auch Anregungen zu posten. Sicherlich werde ich mich dabei ab und zu in die Nesseln setzen oder Kritik ernten - aber letztendlich hoffe ich, dass damit zu einer weiteren Verbesserung der Haltungsbedingungen oder Behauptungen, die irgendwo stehen zumindest aus meiner Sicht, etwas mehr reflektiert werden. Vielleicht ist dieser Blog aber auch nur der Ausdruck einer persönlichen Profilneurose.

Schauen wir also mal, wie sich dieser Blog weiterentwickelt.